Einen Mediator finden

Suchen und finden

Einen passenden Mediator finden. Das ist leichter gesagt, als getan. Welche Kriterien spielen dabei eine Rolle? Und wo sollten Sie suchen?

Das Internet ist sicher schon mal ein guter Anfang. Andererseits ist das Angebot hier sehr groß und für den Laien unübersichtlich.

Woran kann man sich orientieren?

Ein guter Weg sind Empfehlungen. Fragen Sie also in Ihrer Familie, Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis herum. Vielleicht kann Ihnen jemand einen guten Mediator empfehlen.

Außerdem gibt es einige Webseiten, die Ihnen die Suche nach Mediatoren erleichtern helfen wollen. So bietet die IHK in München und Oberbayern z.B. so einen Service an. Hier können Mediatoren, die ein Zertifikat bei der IHK erworben haben, eingetragen werden. Dazu können Sie hier auch nach den Schwerpunkten und Erfahrungen der Mediatoren filtern.

Lesen Sie hier mehr über
die Kosten von Mediation

Schwerpunkte

Denn: Auch wenn die Methode der Mediation auf so gut wie alle Konflikte angewendet werden kann, gibt es doch Bereiche, die so erhebliche Eigenheiten aufweisen, dass Mediatoren einschlägige Erfahrungen mitbringen sollten. Ich würde dabei folgende Bereiche nennen:

• Wirtschaftskonflikte
also Konflikte zwischen Unternehmen, Freiberuflern, Dienstleistern,
Agenturen usw.

• Innerbetriebliche Konflikte

• Bau-Mediation

• Familienkonflikte

• Scheidung

• Schulkonflikte

• Nachbarschaftsstreit

Sie sollten Mediatoren in Erwägung ziehen, die Erfahrung mit dem entsprechenden Konfliktfeld mitbringen. So gehört eine Scheidungsmediation z.B. in die Hände eines Familien- bzw. Scheidungsanwalts. Und eine Bau-Mediation kann von einem Ingenieur durchgeführt werden, der eine Zusatzqualifikation erworben hat.

LupeWeitere Differenzierungen können besonders im Bereich der Wirtschaftsmediation sinnvoll sein. Dabei sollte man aber nicht zu sehr ins Detail gehen. Sicherlich erfordert eine innerbetriebliche Mediation in einer Brauerei z.B. keine Detailkenntnisse über das Brauwesen. Ein Konflikt zwischen zwei Ärzten einer Gemeinschaftspraxis über die gerechte Aufteilung der Arbeitsbelastung erfordert keine genauen Kenntnisse über den Praxisalltag.

Ausbildung

Ein guter Mediator zeichnet sich in erster Linie durch eine fundierte Methodenkompetenz aus. Weniger notwendig ist in vielen Fällen fundierte Sachkompetenz. Allerdings ist die Bezeichnung "Mediator" nicht geschützt. Im Prinzip kann jeder diese Bezeichnung führen (Stand Juli 2016).

Also sollten Sie darauf achten, wo ein Mediator seine Ausbildung durchlaufen hat. Die Ausbildungsstandards sind derzeit (Stand 2016) noch nicht einheitlich vorgegeben. Daher empfiehlt es sich zu prüfen, ob ein Mediator eine renommierte Ausbildungseinrichtung besucht hat. Viele Industrie- und Handelskammern bilden Mediatoren aus. Die Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder bietet sogar eigene Studiengänge an.

Eigener Eindruck

Natürlich ist außerdem der persönliche Eindruck, den Sie von dem Mediator gewinnen, besonders wichtig.

Wenn Sie mit einem Mediator erstmals in Kontakt treten, dann steigen Sie zwar noch nicht in die Details des Konflikts ein, aber der Mediator wird sich ein Bild machen. Und zwar von Ihnen, vom zugrunde liegenden Konflikt, von den anderen Parteien usw.

Umgekehrt sollten Sie diese Vorgespräche dazu nutzen, sich Ihrerseits einen Eindruck vom Mediator zu verschaffen.

Sie könnten z.B. fragen:

• Welche Erfahrungen hat er/sie mit Fällen, wie dem Ihren?
• Waren die Parteien mit ihm zufrieden?
• Kann er/sie Referenzen vorweisen (was aufgrund der in der Regel vereinbarten Vertraulichkeit nicht immer einfach sein dürfte)?
• Welche Ausbildung hat der Mediator absolviert – wo, wann und mit welchem Erfolg?

Neben den Antworten, die Sie erhalten, ist auch ihr Gefühl wichtig. Welchen Eindruck haben Sie von dem Mediator? Und trauen Sie ihm zu, dass er Ihnen helfen kann, den Konflikt zu lösen?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Suche, und hoffe dass Sie einen guten Mediator – oder eine gute Mediatorin, finden werden.

München, 2016

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